DAS MEGAPROJEKT 2019-2024

Das Areal des Franz-Josef-Bahnhofs beträgt ungefähr 200.000 m2 und soll umgestaltet werden. Grundlage für das Bauvorhaben, genannt “Althanquartier”, ist der einstimmige Beschluss des städtebaulichen Leitbilds durch die Stadterweiterungskommission vom 28. März 2017. Weite Teile des Areals befinden sich im Eigentum einer Tochtergesellschaft des Projektentwicklers 6B47 Real Investors AG.

Das städtebauliche Leitbild mit strategischer Ausrichtung sieht insbesondere folgendes vor:

  • Refurbishment (Umbau oder Adaptierung) des Kopfbaus (“Epsilon”) grundsätzlich im gewidmeten Umriss
  • Neukonzeption der Bebauungsstruktur im nördlichen Bereich (Abbruch Parkhaus und Neubebauung) inklusive Hochhausentwicklung
  • Schaffung eines differenzierten Freiraumsystems inklusive Hochpark auf der Überplattung der ÖBB-Trasse mit barrierefreien, attraktiven Durchwegungen

Das Leitbild ist Grundlage für anschließende qualitätssichernde Verfahren und eine Überarbeitung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans.

Die Umwidmungen und Bebauungen sollen abschnittsweise erfolgen. Baubeginn soll 2019 sein. Laut Auskunft des Dialogbüros Althanquartier ist eine Fertigstellung mit 2024 geplant. Der Zielzeitplan kann auf der Website des Investors abgerufen werden: Zielzeitplan Althanquartier

Quelle/Zitierung: Website Althanquartier , Website Stadt Wien / Stadtentwicklung: AlthanquartierDownload Städtebauliches Leitbild

Darstellung Höhenprofil, Quelle: Städtebauliches Leitbild MA21 – öffentlich abrufbar (PDF Seite 13)

Quelle: Google Maps, Entwurf zum Flächenwidmungsplan 8233, Stadt Wien – ViennaGIS, grafische Aufbereitung: Startup Design

Städtebauliches Leitbild / Zielsetzungen

Quelle: Städtebauliches Leitbild MA21 (Download: Link)

Nutzungsmengen

  • BGF rd. 150.000 m² (zusätzlich 20.000 m², die im Bahntunnel „gebunden“ sind)

Nutzungen

  • gemischte Nutzung:
    – Wohnen: mind. 60.000 m² BGF, davon mind. die Hälfte „sozial gebunden“
    – gewerbliches Wohnen (Hotel, Kurzzeitwohnen)
    – Büro
    – Handel/Dienstleistungen: „lebendige“ und nach außen orientierte Sockelzonen (im Straßenbereich und auf Ebene des „Hochparks“) auf Basis eines abgestimmten, detaillierten Umsetzungskonzepts; kein klassisches EKZ
    – Abdeckung der notwendigen Infrastrukturerfordernisse (9- bis 13-klassige Volksschule, KIGA,…) zum Teil am Areal
  • nutzungsflexible Raumhöhen
  • „intelligenter Umgang“ mit dem Bahnbetrieb (Präsenz des Bahnhofs erhöhen, allfällige spätere Nachnutzungsmöglichkeiten mitbedenken)
  • Süden: „Refurbishment“ (Umbau/Adaptierung) des Kopfbaus („Epsilon“) in Abstimmung mit der MA 19 (rd. 70.000 m² BGF):
    • Neuentwicklung der Dachzone des „Epsilon“ grundsätzlich im gewidmeten Umriss
    • Richtung Norden maßvoll darüber hinaus gehende Höhenentwicklung vorstellbar (Übergangsbereich)
    • Beachtung der Wirkung aus den Straßenräumen Fechtergasse und Spittelauer Platz
  • Norden: Neukonzeption der Bebauungsstruktur im nördlichen Bereich (Abbruch Parkhaus und Neubebauung)
    • differenzierte Höhenentwicklung mit Leithöhe von 21 m im Randbereich mit punktuellen Überhöhungen
    • zwei am Turm der Müllverbrennungsanlage Spittelau (126 m) orientierte Höhenfenster
    • Berücksichtigung der Bestandgebäude Post und ÖBB-Betriebsgebäude (mit Überbauungsspielraum)
  • Umnutzung Objekt Nordbergstraße 13
  • Gliederung durch Cluster (Kombination mehrerer verschieden hoher Turmelemente)
  • höhere Gebäude im Baufeldinneren
  • Berücksichtigung des 2h-Schattens und des Windkomforts
  • Prüfung der Sichtbarkeit im Stadtraum (Blickachsen von Kahlenberg, Stephansdom und Donauturm sowie Sichtbarkeit von relevanten Straßenzügen im Umfeld)
  • Schaffung von öffentlichen Mehrwerten (Verbesserung der Durchwegung, attraktive Sockelzonen und Zugangsbereiche, großzügige und gut nutzbare Grün- und Freiräume,…)
  • Modal Split-Anteil im Umweltverbund mind. 80 Prozent
  • Stellplatzregulativ zwischen 50% und 70%
  • dichtes Netz an Radabstellanlagen (öffentlich und privat) und gute Fahrradinfrastruktur in den Gebäuden
  • Schaffung von barrierefreien, attraktiven Durchwegungen durch das Areal:
    • eine (mäandrierende) Nord-Süd-Verbindung vom Julius-Tandler-Platz bis zur bestehenden Durchwegung Richtung ÖV-Knoten Spittelau
    • zwei Ost-West-Querungen (Höhe Fechtergasse/Spittelauer Platz und Lichtentalergasse/Wasserburgergasse)
    • zusätzlich auf Straßenniveau „schienennahe“ Durchwegung von Fechtergasse zu Spittelauer Platz
  • „sanfter Mobilitätsknoten“ Julius-Tandler-Platz
    • attraktive Umsteigemöglichkeiten zwischen öffentlichen Verkehrsmitteln
    • zeitgemäße Ausstattung (Gepäcksaufbewahrung, ansprechende Warteräume mit WLAN, gute Wegweisung, etc.)
    • multimodale Drehscheibe zwischen Verkehrsträgern mit „mobility points“ (mit entsprechenden Leih-, Informations- und Serviceangeboten) ausreichend witterungs- und diebstahlgeschützte Radabstellanlagen bzw. Fahrradgaragen
  • Althanstraße als verkehrsberuhigter, urbaner Raum
    • attraktive EG-Zone, großzügiger Bereich für Fußgänger- und RadfahrerInnen
    • Verkehrsberuhigung
  • Nordbergstraße als linearer Park
    • Stärkung des Grüncharakters und der Aufenthaltsqualität
    • Integration notwendiger Verkehrsinfrastruktur (Zufahrten, Stellplätze, ev. Taxi)
    • Möglichkeit der Situierung einer Tiefgarage unter
  • Schaffung eines durchgehenden, weitgehend öffentlich nutzbaren „Hochparks“ auf Ebene +9 m (auf „Platte“):
    • Größe: rd. 1 ha
    • hohe Aufenthaltsqualität mit guten und attraktiv gestalteten Verbindungen zum Julius-Tandler-Platz, der Althanstraße und der Nordbergstraße
    • Sichtbarmachung des „Hochparks“ im Stadtraum mit barrierefreien, attraktiven Aufgängen
    • keine Feuerwehrzufahrten (alternative Brandschutzkonzepte)
    • „belebende“ Nutzungen in „EG-Zone“ auf Ebene +9 m
    • differenzierte Gestaltung aber einheitliche Gestaltungssprache
  • ergänzende halböffentliche Freiräume auf Dachflächen (u.a. für im Gebiet Arbeitende)
  • differenziertes/ausgewogenes Nutzungsangebot der Freiräume (tlw. auch gedeckte Bereiche)
  • sozial inklusive Planung (Berücksichtigung der Ansprüche aller NutzerInnengruppen)
  • Nordbergstraße als linearer Park
  • Energiekonzept in Abstimmung mit der MA 20 unter besonderer Berücksichtigung folgender Punkte:
    • optimierte Gebäudehülle zur Erreichung minimaler Wärme- und Kältebedarfe
    • Anlagenkonzept für die Nutzung von gleichzeitig anfallenden Wärme- und Kältebedarf durch Lastverschiebung
    • Prüfung der Nutzung von Vor-Ort-Energie insbesondere: Abwärme und Grundwasserbrunnen
    • Prüfung von Langzeitspeichern (Saisonalspeicher, Erdsondenfelder) für die Nutzung von Vor-Ort-Energie

Weitere Smart City-Aspekte

  • Nachhaltigkeit durch Umnutzung von Gebäuden („Epsilon“ und Objekt Nordbergstraße 13)
  • Nutzungsmischung und flexibel nutzbare EG-Zonen
  • innerstädtisch angemessene Dichte
  • intelligenter Umgang mit der „Platte“ und mit Höhensprüngen
  • Schaffung von neuen attraktiven Freiräumen (Hochpark, Nordbergstraße) und Vernetzung mit der Umgebung
  • Freiraumangebot unter Berücksichtigung der Ansprüche aller Bevölkerungsgruppen
  • unter 20% MIV-Anteil an allen Wegen
  • sehr gute Bedingungen für den Umweltverbund u.a. durch Ausbau des „sanften Mobilitätsknotens“ Julius-Tandler-Platz
  • hoher Stellenwert von ökologischen Aspekten wie ökologische und energieeffiziente Bauweisen, umweltbewusste Verkehrserschließung und Regenwassermanagement